Kinderschutz Podcast

Kinderschutz Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Kinderschutz Podcast.

00:00:02: Wir hören von den Menschen, die Kinder und Jugendliche schätzen, schützen und starten!

00:00:08: Wir schauen in die Schubladen, die sonst geschlossen bleiben.

00:00:20: Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Zuhörerinnen.

00:00:23: Ich darf Sie und euch heute zu einer weiteren Folge des Kinderschutz-Podcasts begrüßen.

00:00:27: Und bei mir zu Gast heute ist Juliane Kremberg von der Frauenhauskoordinierung.

00:00:32: Liebe Juliane, danke dass du da bist!

00:00:34: Du darfst uns auch direkt mal erklären wie du überhaupt in dem Bereich Kinderschutz ... in Frauenhäusern geraten?

00:00:42: Ja,

00:00:42: sehr gerne.

00:00:43: Vielen Dank für die Einladung!

00:00:44: Ich freue mich sehr dass ich Teil dieses Podcasts sein kann, den ich auch schon lange als Hörerin verfolge.

00:00:52: Wie bin ich in dem Bereich gekommen?

00:00:53: Ich komme ursprünglich aus der Kinder- und Jugendhilfe und habe dort immer viel auch Mädchenarbeit gemacht und Projekte mit von Für Kindern und Jugendlichen Feminismus immer mal wieder mit jungen Menschen auseinandergesetzt und politische Bildungsarbeit mit denen gemacht.

00:01:15: Und Selbstorganisation von Kinder- und Jugendinteressensvertretung, Kinderrechte usw.

00:01:21: Dann habe ich irgendwann gesehen dass die Fraunhauskoordinierung ganz neu eine Stelle ausgeschrieben hat für den Bereich Kinder in Frauenhäusern und dann dachte ich ach das ist ja hervorragend!

00:01:32: Das sind meine zwei Lieblingsinteressen Kinder und Jugendpolitik mitgestalten und Feminismus.

00:01:38: besser kann es nicht laufen.

00:01:40: Und dann bin ich zur Frauenhauskoordinierung als Referentin für Kindern-Frauenhäusern gekommen und ja, ich bin in so weit erfahrene Fachkraft im Kinderschutz und habe mich dann mehr oder weniger natürlich auch durch die Stelle und die ganze Auseinandersetzung mit Gewalt im Kontext von Partnerschaften geschlechtsbezogene Gewalt gegen Frauen und Mütter und das Miterleben der Kinder halt im Kinderschutz auf dem Bereich häusliche Gewalt und Partnerschaftsgewalt, die Auswirkungen auf Kinder spezialisiert.

00:02:14: Wir wissen das.

00:02:15: Ungefähr drei Viertel der Frauen, die in Frauenhäusern landen haben Kinder und nehmen sie mit.

00:02:23: Und jemand, der in unserer Bubble unterwegs ist weiß, Frauenhausplätze sind rar ... Die müssen teilweise kämpfen, vor allem die autonomen Frauenhäuser.

00:02:31: Sie müssen permanent kämpfen um ihre Finanzierung.

00:02:34: Was absurd ist?

00:02:35: Weil die Zahlen nicht rückläufig sind!

00:02:39: Partnerschaftsgewalt meist ausgehend durch Männer, meist verübt an Frauen und Kinder auf jeden Fall mitbetroffen, weil sie das miterleben von Gewalt auch Gewalt gegen das Kind ist.

00:02:51: Auch wenn das noch nicht überall angekommen ist.

00:02:54: Obwohl diese Fakten- und Zahlen klar auf dem Tisch liegen ... Ist da dieser permanente Struggle?

00:03:01: Und trotzdem herrscht in der Gesellschaft, also außerhalb unserer Bubble ja oft das Bild.

00:03:06: Ja sie kann ja einfach gehen und dann deswegen gibt es ja Frauenhäuser und dann soll die da einfach ins Frauenhaus.

00:03:11: So easy ist das gar nicht!

00:03:12: Wie ist das denn wenn eine Frau gewalt betroffen ist und ihre Kinder packt?

00:03:16: was macht sie wo geht sie hin und was macht Sie wenn ein Frauenhaus voll

00:03:19: ist?!

00:03:19: Ja, du sprichst es schon an also in den Frauenhäusern.

00:03:23: Wir haben so ungefähr bundesweit vierhundert Frauenhäuser.

00:03:26: das klingt erstmal viel aber die meisten haben tatsächlich nur zwischen zehn und zwanzig Plätzen.

00:03:32: Und wir sind weiter von entfernt die Anforderungen der Istanbul-Konvention zu erfüllen was die Platzkapazitäten die bundesweite verfügbar sein müssten zu erfüllten.

00:03:41: Es fehlen ungefähr zwölftausend Frauenhausplätze in Deutschland nach den Richtlinien der Istanbul Konvention.

00:03:48: Es ist im Prinzip eine Glückslotterie für die Frau, je nachdem wo sie lebt.

00:03:53: Ob sie Zugang zu Hilfe und Unterstützung findet, ob sie einen Frauenhausplatz findet.

00:03:58: Und dann gibt es natürlich noch mal die besonders vulnerablen Gruppen wie wir sie immer nennen also Frauen wo die Zugangshürden nochmal besonders erschwert sind Also Frauen mit vielen Kindern, schwangere Frauen.

00:04:11: Frauen die natürlich überwiegend auch ökonomisch abhängig sind.

00:04:14: Frauen, die im Asylverfahren sind.

00:04:16: Die vom asylrechtlichen Status her abhängigt sind von ihren Ehemännern.

00:04:21: also für all diese Frauen ist der Zugang besonders schwer ins Hilfesystem und die haben es eben besonders schwer auch Plätze zu finden.

00:04:30: Genau dann kann's eben passieren Und das ist nicht selten der Fall dass Eine Frau sich entschließt diesen schwierigen Schritt zu gehen, der ja überhaupt nicht einfach ist.

00:04:40: Weil du hast es schon angesprochen!

00:04:41: Die Frauen sind im Prinzip gesellschaftlich gesehen mit zwei sehr widersprüchlichen Anforderungen konfrontiert.

00:04:47: Denn die einen sagen Ja warum geht sie denn nicht?

00:04:49: Warum trennt sie sich dann nicht?

00:04:51: Sie muss doch ihre Kinder

00:04:52: schützen?!

00:04:53: Das kann noch nicht sein, dass sie bei diesem Typ bleibt und die anderen sagen ja wie kann es denn sein das jetzt einfach geht?

00:04:58: Und die Kinder mitnimmt.

00:05:00: Sie werden ihrem Vater entzogen und sie muss doch jetzt mal vernünftig die Kinder schützen.

00:05:07: Wir haben da zwei völlig konträre Positionen oder Erwartungen an Frauen und Mütter in diesem Zusammenhang, die natürlich erstmal unvereinbar sind.

00:05:19: ganz schwierige und die Dilemma-Situation auch ist, zu gehen.

00:05:24: Sich aus dieser Art von Abhängigkeit oft ja auch ökonomischer Abhängigkeit usw.

00:05:28: dazu befreien.

00:05:29: Das kommt dann noch oben hin dazu.

00:05:32: Und gut ausgestattete, gut vernetzte, gut situierte Frauen haben natürlich die Möglichkeit, sie haben ein Hilfe- und Fürsorgesystem um sich herum im Idealfall.

00:05:42: Haben die Freundinnen oder können sich auch leisten mal für ein paar Wochen ins Hotel zu ziehen bis die Situation geklärt ist?

00:05:49: Für den überwiegenden Teil der Frauen ist es aber natürlich nicht möglich.

00:05:53: Und dann ist erstmal die Frage auch, wissen überhaupt alle Frauen, dass es diese Möglichkeit gibt?

00:05:58: Dass sie diesen Anspruch haben?

00:05:59: und der Anspruch wiederum ist bisher kein Rechtsanspruch.

00:06:04: Das heißt wenn kein Platz da ist, dann ist kein Platz Da!

00:06:08: Dann hat die Frau gar keine andere Möglichkeit als in der gewalt geprägten Beziehung zu verbleiben.

00:06:15: Genau und dann kommt es eben auch zu ganz schlimmen Vorfällen natürlich in dem Zusammenhang.

00:06:19: Also wir hatten vor ein, zwei Jahren hier in Berlin zum Beispiel den Fall eine Mutter mit sechs Kindern besonders schwierige Situationen weil die Plätze sind eben begrenzt und gerade für Frauen mit vielen Kindern Frauenhäuser muss man sich so vorstellen.

00:06:34: viele sind alte Gebäude da gibt's wenig Platz da leben Frauen und Kinder so WG-mäßig zusammen haben Gemeinschaftsküchen, Gemeinschaftsbadezimmer.

00:06:46: Haben keine Rückzugsmöglichkeiten.

00:06:48: Im Idealfall gibt es Kinderspielbereiche.

00:06:51: aber auch das ist nicht überall in den Frauenhäusern der Fall einfach weil die Räumlichkeiten viel zu knapp sind.

00:06:56: Und genau diese Frau zum Beispiel hat in drei Frauenhuisern versucht Schutz zu finden musste überall abgelehnt werden Weil zu dem Zeitpunkt keinen Platz für sie und ihre sechs Kinder waren und die Konsequenz war dass sie auf offener Straße von ihrem Ehemann getötet wurde und diese sechs Kinder jetzt ohne Mutter groß werden.

00:07:16: Das ist

00:07:17: das

00:07:18: Worst Case-Szenario.

00:07:20: Aber das benutze ich schon immer wieder, wenn ich mit Politikerin und so weiter Akteurinnen in dem Feld rede um deutlich zu machen es ist eben nicht nur ja es ist kein Platz und da muss ihr halt zusehen wo sie bleibt sozusagen sondern es ist einfach eine massive Gefährdung von Frauen und von Kindern die dort stattfindet weil dieses Hilfesystem nicht vernünftig ausgestattet ist

00:07:43: Und das ist einfach der Wahnsinn, weil es ja dann staatliches Versagen.

00:07:47: Der Staat ist schuld am Tod dieser Frau.

00:07:49: Das muss man so ganz klar sagen.

00:07:52: und die Istanbul-Konvention... Ich meine neulich hat zwar ein Jurastudent auf Social Media wieder versucht mir zu erklären dass die Istanbul Konventionen und Völkerrecht allgemein gar nicht so bindend ist für Deutschland wo ich mir auch dachte okay welches Meister bist du?

00:08:07: Ja!

00:08:08: Deutschland hat die Istanbul Kondition ratifiziert hat dafür zu sorgen umgesetzt wird in allen Punkten.

00:08:15: Und diese Plätze, die dafür sorgen, dass Frauen und Kinder vor Gewalt geschützt werden – das ist einer dieser Punkte!

00:08:23: Die Politik weiß Bescheid seit Jahren.

00:08:28: Es tut sich fast nicht.

00:08:30: Also es ist ja ein unfassbar mühsamer Kampf.

00:08:37: Man muss sich so sein, ein Bubble in der Politik eigentlich fast schaffen mit einzelnen Politikerinnen.

00:08:42: Die sagen okay ich schreibe mir dieses Thema jetzt irgendwie auf die Fahnen aber es sind immer viel zu wenige und Es geht immer kein Ruck So mal durch dass man sagt ok wir packen das jetzt wirklich an und das ist auch so frustrierend.

00:08:56: Das ist auch immer.

00:08:57: Ich habe das Gefühl das wird auch immer Mit diesem Rassismus der ja leider in unserer aktuellen Bundesregierung Auch sehr en vogue ist wieder.

00:09:06: Das merkt man auch auf Kommentaren, auf Social Media.

00:09:09: Du hast es vorhin erwähnt gerade die Frauen, die eben nicht gut eingebunden sind, die nicht so ein Netzwerk haben, die finanziell abhängig sind das sind eben oft die marginalisierten Gruppen.

00:09:18: Das sind oft in Anführungsstrichen Ausländerinnen.

00:09:21: So dann schaut man denn die Frauenhäuser sieht dort sind hauptsächlich ausländerin und sagt ja die Ausländern Männer sind wieder jetzt schuld weil sie schlagen ne die besser situierten in Deutschland aufgewachsenen Frauen können mal bei einer Freundin unterkommen, die haben ein Netzwerk.

00:09:39: Und auch das verzehrt dann schon wieder dieses Bild und jeder einzelne Mythos macht mich wahnsinnig weil ich mir denke wir reden da immer im Kreis und es tut sich nichts.

00:09:51: was ist denn deine Prognose?

00:09:52: Haben wir irgendwann genug Frauenhausplätze und Kinderplätze?

00:09:56: Ja das ist natürlich eine ganz spannende Frage Weil wir als Frauenhauskoordinierung, wir sind ja quasi eine Organisation.

00:10:06: Ein Fachverband der die Interessen vertritt von zweihundertachzig Frauenhäusern und zweihundertfünfundachzig Fachberatungsstellen bundesweit, die in den Wohlfahrtsverbänden organisiert sind und dort die Frauengewaltsschutzarbeit machen und arbeiten halt... auf der Bundesebene explizit und aktiv.

00:10:26: Und seit vielen, vielen Jahren schon immer daran eben in der Politik, in den entsprechenden Ministerien dafür zu sensibilisieren.

00:10:34: Genau wir sind da sehr eng im Gespräch mit der Politik und natürlich auch stark vernetzt.

00:10:40: Im Wünsness Istanbul-Konvention war es ja auch zum Ziel hat dass die Istanbul Konvention nicht einfach nur ratifiziert ist sondern tatsächlich auch umgesetzt wird in all ihren Punkten.

00:10:50: Jetzt in den vergangenen Jahren kann man sagen, haben wir doch einen ganz großen Schritt politisch gesehen nach vorne gemacht.

00:10:56: Dadurch dass es jetzt seit diesem Jahr ... Nee, seit letztem Jahr.

00:11:02: Ich muss gerade überlegen das Gewalthilfegesetz gibt also tatsächlich noch in der letzten Regierung auf den letzten paar Metern von der damaligen Familienministerin dieser Pause auf die Wege gebracht.

00:11:14: und kurz vor dem Zusammenbruch der Koalition haben sie es tatsächlich hingekriegt, dieses Gesetz das Gewalthilfegesetz zu verabschieden.

00:11:23: und das ist im Prinzip die erste bundesgesetzliche Grundlage für ein Rechtsanspruch auf Schutz- und Beratung bei häuslicher Gewalt.

00:11:32: Für Frauen und es gibt dann eben einen individuellen Rechtsanspruch.

00:11:36: dieser dieses Gesetz und diese individuelle Rechtsansprüche tritt aber erst weil sozusagen den Ländern und Kommunen Zeit gegeben werden sollte, den Ausbau zu planen vorzubereiten, Bedarfserhebungen zu machen, ihr Hilfesystem zu analysieren, Schutzlücken zu identifizieren.

00:11:57: Und dann ihre Aktionspläne, ihre Landesprogramme zur Umsetzung der Istanbul-Konvention entsprechend anzupassen usw.

00:12:05: Das heißt erst mal ist es ein riesiger Meilenstein muss man sagen.

00:12:10: für dieses Gesetz haben Frauen und Mitarbeiterinnen im braunen Gewaltschutz und engagierte AktivistInnen, zwanzig dreißig Jahre gekämpft.

00:12:24: Allerdings ist es im Moment sehr unklar ob tatsächlich das Gesetz und die Umsetzung davon wirklich gelingen wird im Sinne einer tatsächlichen Verbesserung der Situation und einer verbesserten Ausstattung des Hilfesystems.

00:12:39: Immerhin hat der Bund gesagt, wir beteiligen uns an den Kosten des Ausbaus.

00:12:44: Das wiederum führt aber aktuell dazu dass wir mitbekommen.

00:12:48: das in den Bundesländern und vor allen Dingen in den Kommunen gesagt wird auch wunderbar!

00:12:52: Der Bund kommt und gibt Geld?

00:12:54: Ach dann steigen wir aus der Finanzierung der Frauenhäuser aus.

00:12:57: Und so war es natürlich nicht gedacht Weil ein Ausbau kann man nur finanzieren, weil man tatsächlich mehr Geld als zuvor zur Verfügung hat und zwar wesentlich mehr Geld.

00:13:06: Und wir reden da ja auch von Immobilien, von Sanierung von Immobilien also von sehr teuren Vorhaben, von Bauvorhaben.

00:13:14: und im Falle von Frauenhäusern gerade wenn die anonym sind oder auch wenn sie offene sind je nachdem ist eigentlich egal brauchst immer sehr hohe und auch gut abgestimmte Sicherheitskonzepte.

00:13:26: Das heißt, das sind dann auch noch mal bauliche Maßnahmen die extrem teuer sind vergleichsweise aber natürlich einen entsprechend hohen und sicheren und guten Schutz für Frauen und Kinder halt gewährleisten können.

00:13:38: Und da wird es jetzt sehr spannend sein und sehr wichtig sein in den nächsten Jahren in den Bundesländern, in den Kommunen gut vor Ort weiterzulobbiieren.

00:13:48: Und das ist im Prinzip das was auch glaube ich sehr belastend und sehr anstrengend für den Frauen-Gewaltschutz-Kontext, dass es im Prinzip nicht aufhört.

00:14:00: Dass wir in dieser Bittstellerin-Position sind so bitte, bitte gibt uns das Geld!

00:14:04: Bitte, bitte versucht es irgendwie auszutreiben.

00:14:07: Wir haben diesen ganzen Diskurs von Knappheit und der Sozialstadt ist zu teuer und wir können uns dieses und jenes nicht mehr leisten und dann wird immer das eine gegen das andere ausgespielt usw.

00:14:19: Und in dieser Lage befinden wir uns jetzt gerade so, dass es sehr schwer ist eine Prognose abzugeben.

00:14:26: Ob es tatsächlich ab dem Jahr die Zeit von den Jahren vernünftigen Ausbau gekommen sein wird.

00:14:37: Und vor allen Dingen stellt sich ja dann auch noch die Frage, wie dieser individuelle Rechtsanspruch durchgesetzt werden kann?

00:14:42: Weil wir können natürlich nicht von einzelnen Frauen erwarten dass nachdem sie dann keinen Platz gefunden haben Sie dann auch irgendwie einen Verklagen durch diese Gerichtsverfahren noch durchgehen.

00:14:51: also so ne du weißt wovon ich spreche.

00:14:55: Und wir haben vergleichbare Gesetze in anderen Ländern gehabt, jetzt in Großbritannien zum Beispiel.

00:15:03: Wo die Kolleginnen gesagt haben naja einerseits ist es schon gut dass es jetzt endlich Gesetzesgrundlagen gibt andererseits sind dann natürlich auch sehr viel andere neue Player mit ins Feld gekommen.

00:15:14: Es ist eh nicht passiert das das Geld irgendwie versackert ist oder an für verschiedene, diverse andere auch wichtige Präventionsprojekte oder was auch immer ausgegeben wurde.

00:15:26: Oder Täterarbeit damit finanziert wurde und also dadurch dass wir ja quasi nicht nur von einem Ausbau vom Platz Frauenhausplätzen reden sondern auch immer parallel Prävention häusliche Gewalt mitdenken müssen.

00:15:38: Ausbau von Täter Arbeit Hochrisikomanagement in Zusammenarbeit mit der Polizei das sind ja ganze Systeme die Behörden und Strukturen die da mit dran hängen gut zusammenarbeiten müssen und es an allen Stellen fehlt, ist die Gefahr natürlich sehr hoch.

00:15:56: Dass das jetzt auch wieder dazu führt dass die Ressourcen am Ende nicht reichen werden und wir vielleicht irgendwie ein paar hundert mehr Frauenhausplätze haben.

00:16:06: aber zwölf tausend sind halt zwölftausend.

00:16:08: Das ist eine unfassbare Zahl Das ist absolut verrückt.

00:16:12: Du hast gerade das Thema Sicherheit von Frauenhäusern angesprochen, also Security-Maßnahmen.

00:16:18: Es kommt ja doch immer wieder vor dass die Adressen rausgegeben werden womit wir jetzt auch schon bei.

00:16:24: meinem Lieblingsthema sind familiengerichtliche Verfahren.

00:16:30: Ich hatte neulich wieder ein Fall da ist die Polizei im Frauenhaus gestanden und wollte die Kinder abholen.

00:16:37: zum Umgang mit dem Gewalttäter

00:16:40: Ja, das ganze Thema Umgangskontakte im Kontext der Frauenhäuser ist... Ein ganz schwieriges und leidvolles Thema.

00:16:51: Du weißt es von unzähligen Fallbeispielen, wir wissen das von unzielligen Fallbespielen, von denen uns die Mitarbeiterinnen berichten.

00:17:00: Wir wissen das vom Bericht der Mütter.

00:17:03: Zum Glück auch durch Menschen, die sich professionell damit beschäftigen.

00:17:07: Also zum Beispiel Wolfgang Hammer hat eine sehr gute Analyse hervorgelegt und zeigen können wo da strukturell die Probleme sind und dass eben die Gefährdung extrem hoch ist sowohl für Frauen als auch für Kinder, dass es in Zuge dieser Umgangskontakte zu erneuter Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt.

00:17:25: Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt ist das liegt es auf der Hand.

00:17:29: leider gibt es immer diesen Mythos.

00:17:31: wir haben ja über verschiedene Mythen bereits geredet wenn die Frau gegangen ist ist die Gewalt ja beendet und das ist eine ganz gefährliche Mythos weil er im Prinzip dazu führt Eine Hochrisikofase und Hochgefährdungsphase für Frauen- und Kinder nicht erkannt wird, nämlich die Nachttrennungszeit.

00:17:52: Und wir wissen aus internationalen Studien – wir wissen auch aus deutschen Studien – dass das Risiko für Femizide und auch Infantizide im Kontext vom Trennungen am allerhöchsten ist was ziemlich logisch ist weil der Gewaltkreislauf, der ja aus Macht- und Kontrollverhalten über die andere Person besteht sobald der unterbrochen wird Die Person, eine Person die Frau sich traut sozusagen diese Dynamik zu durchbrechen und damit ihr anstückweit auch wieder ihre eigene Handlungsmacht und Souveränität für sich zu beanspruchen.

00:18:21: Das bringt ja sozusagen den Täter nimmt in jeglichen Zugriff und da werden quasi die Kinder benutzt instrumentalisiert, um weiterhin Macht- und Kontrolle auszuüben.

00:18:32: Das passiert auf unterschiedlichste Arten und Weisen aber Gerichtsverfahren sind halt ein Prinzip oder ein Mechanismus der es sehr sehr attraktiv ist für Männer da quasi die Justiz für ihre Zwecke zu missbrauchen auch die Behörden zum missbrauchen, um weiterhin Macht-und-Kontrolle ausüben zu können eben über die gemeinsame Eltern schafft und das vermeintliche Interesse an den gemeinsamen Kindern was wir wissen Unfassbar vielen Fall bei Spielen ist, dass die Väter sich vor der Trennung so gut wie gar nicht für Kinder interessiert haben.

00:19:04: Keinerlei Sorgeverantwortung, Kerverantwortungen usw.

00:19:07: übernommen haben.

00:19:09: Sobald die Frau aber gegangen ist und sich entscheidet ein eigenes ständiges Leben aufzubauen, auf einmal das vermeintliche Interesse an den Kindern sehr groß ist... ...und die Vater, die sie vorher nicht interessiert hatten, auf mal die guten Väter sind!

00:19:22: Und dringend und ständig und permanent Umgang haben möchten.

00:19:27: Und das Gefährliche an diesen Umgang ist, dass sie eben zu wenig mit Sicherheitskonzepten wirklich ausgestattet sind.

00:19:35: Dass die Kinder oft nicht gehört werden ob Und wann sie überhaupt Umgang haben möchten, in welchen Kontexten Sie sich überhaupt sicher fühlen.

00:19:43: Wir erleben immer wieder das im Kontext von Umgängen die Väter dann geschenkt gemacht und zum Beispiel auch technischer Art.

00:19:49: Digitale Endgeräte mit denen sie dann digitale Gewalt vorm Tracking Ordnung und Überwachung Frauenhausstandorte dadurch z.B.

00:19:57: dann bekannt werden und auf einmal die Täter vor der Tür stehen über diese Devices, die sie den Kindern geschenkt haben.

00:20:06: oder dann werden halt Tracker in Kuscheltiere für die Kinder eingebaut.

00:20:11: Oder dann findet halt bei Umgangskontakten kommt der Vater halt so spät dass die Mutter noch nicht weg ist und es zu Begegnungen kommt und er wieder herausfinden kann was macht ihr denn wo lebt ihr denn?

00:20:23: Oder dann haben wir das Problem das eben im Kontext von Jugendamtskontakten nicht ausgebildet oder zu wenig sensibilisierte Fachkräfte Daten weitergeben über Aufenthaltsstandorte, damit wieder erneut Frauen und Kinder gefährdet werden.

00:20:40: Und dazu kommt dann noch die ganze psychische und emotionale Belastung der Kinder weil sie merken natürlich auch dass in dem Zusammenhang zu einem Spielball von Interessenskonflikten werden.

00:20:51: Die kommen in riesige Loyalitätskonflikte.

00:20:54: Sie sollen ständig irgendwem gegenüber irgendwie sagen was jetzt eigentlich wollen.

00:20:59: Situation, in der die meisten Kinder mit denen ich spreche regelmäßig, die wirklich in Frauenhäusern vorübergehend leben.

00:21:06: Die wollen erstmal das die Gewalt aufhört und dass es der Mama wieder besser geht.

00:21:11: Das ist das allererste wenn ich mit den Kindern spreche und sie frage und erzähle doch mal jetzt bist du seit ein paar Wochen da wie geht's dir?

00:21:19: Mir gehts gut mir gehts besser als vorher und ich sehe dass es Und das ist sozusagen auch eine Schwierigkeit in der familienrechtlichen Situation, die wir aktuell haben.

00:21:29: Dass wir eben keine rechtliche Grundlage haben, die explizit häusliche Gewalt benennt im Familienrecht.

00:21:39: Es gibt zwar Möglichkeiten Die Istanbul-Konvention und auch den Artikel einundreißig Der Istanbul Konvention, der eben sagt es muss Sicherheit auch in Umgangskontakten gewährleistet werden sowohl für die Mütter als auch für die Kinder Das ist schon möglich.

00:21:55: und Richterin, die für das Thema sensibilisiert sind.

00:21:58: Familienrichterinnen auch Jugendamtsmitarbeiterin, die sich damit auskennen.

00:22:02: Die wissen es und können es in ihrer Rechtsprechung anwenden.

00:22:06: Und sie können dann zum Beispiel erst mal sagen okay wir brauchen jetzt hier erstmal temporär vielleicht keinen Umgang und einen Umgangsausschluss bis die Situation sich beruhigt hat der Vater vielleicht in einem Täter-Arbeitsprogramm teilnimmt verantwortung übernimmt es eine Tat Einsicht gibt Und auch dann können wir darüber reden in dem Zusammenhang, wenn eine Verantwortungsübernahme stattgefunden hat.

00:22:29: Der Vater natürlich auch das Recht hat, weiter einen Umgang zu haben mit seinen Kindern.

00:22:33: Aber für die Kinder ist es auch hochgradig widersprüchlich was die verschiedenen Systeme da tun weil einerseits erleben sie ja okay meine Mama bekommt hier Unterstützung und Schutz und das was der Papa gemacht hat und wie er sich verhalten hat war nicht ok.

00:22:47: andererseits soll ich mit dem gleichen Papa mich jetzt jede Woche treffen ohne dass der irgendwie jemand zu mir gesagt hat

00:22:53: Entschuldigung?

00:22:57: Und das ist natürlich für die Kinder auch so, hey also wer hat denn jetzt hier recht?

00:23:01: Was ist denn jetzt überhaupt passiert und dass es für die kinder das allerwichtigste.

00:23:05: Deswegen brauchen wir eben auch eigene Ansprechpersonen und eigene professionelle Unterstützung weil sie natürlich erstmal vor allen Dingen um mit der ganzen Situation, um zu gehen und es verarbeiten zu können.

00:23:17: Die Gewalterlebnisse die sie miterlebt haben aber auch alles danach für sich selber eine logische Erzählung zu finden von was ist, was A. Was ist passiert?

00:23:27: Was ist meiner Mama passiert?Was hat das mit mir gemacht?

00:23:30: Warum hat mein Papa das gemacht?

00:23:37: wo übernimmt mein Papa Verantwortung ist und kann sozusagen auch für mich wieder ein guter Vater werden, obwohl er sich nicht richtig verhalten hat.

00:23:46: Also ich meine wir bringen Kindern von sehr frühen Jahren bei Gewalt das nicht okay.

00:23:51: Und dann erleben sie aber Naja also im Kontext von Beziehungen anscheinend ja schon und der hat ja anscheint Das männliche Familienmitglied Dann doch mehr zu entscheiden und zu sagen als das weibliche Familien mitglied.

00:24:05: Und da haben wir dann natürlich auch das Problem der Identifikation, also der geschlechtlichen Identifikations der Kinder.

00:24:11: Weil sie werden halt groß mit einer Mutter, die versucht immer sich angepasst zu verhalten um sich zu schützen und die Kinder zu schützen, die sich kontrollieren lässt, die einsperren lässt, ihre Handys überwachen lässt

00:24:27: usw.,

00:24:28: und dem Vater, der halt das Machtwort spricht.

00:24:30: Sie wissen nie wenn der Papa nach Hause kommt wie ist er heute drauf?

00:24:34: Sie wissen nicht, wenn sie von der fünf im Mathe erzählen ob dann vielleicht die Mama nachher Stress kriegt?

00:24:39: Also da gibt es sozusagen ein permanenter Klima von Angst und Anspannung.

00:24:44: Die ja über viele viele Jahre in den häuslichen Gewaltdynamiken und in den paar Dynamiken existiert.

00:24:50: Und dann ist natürlich der Moment Hilfe und Unterstützung zu bekommen, ein ganz zentraler eigentlich auch toller Lernmoment für Kinder im Sinne von es gibt einen gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme.

00:25:02: Es gibt ein Hilfesystem, es gibt professionelle die mich unterstützen können und die das Potenzial haben eben auch diese transgenerationalen Gewaltkreisläufe.

00:25:11: Von denen wir ja auch wissen dass Kinder die mit erlebt haben wie Gewalt in der Familie stattfindet häufig eine Normalität ist, die kommen ja nicht irgendwo hin und sagen Hallo ich bin ein betroffenes Kind von häuslicher Gewalt bitte starte jetzt die Interventionskette.

00:25:29: Also das Problem haben wir dann auch noch dass sozusagen für die das erst mal alles auch normalität ist was sie kennengelernt haben zuhause und ihr dann auch erstmal wieder lernen müssen oder mitbekommen müssen dass es eben nicht normal ist zu Hause gedroht wird, das kontrolliert wird.

00:25:47: Das überwacht wird, dass geschrien wird und das psychische Gewalt ausgeübt wird.

00:25:52: Und das sind ja zum Teil dann auch Gewaltformen also die sehr...die sich überschneiden.

00:25:59: Ja, also miterleben vom Partnerschaftsgewalt.

00:26:02: Wir wissen jetzt im Kinderschutzkontext eigentlich nicht so genau wo wir das einzusortieren haben wenn wir uns die klassischen Formen von Kindeswohlgefährdung angucken körperliche Gewalt und psychische Gewalt, sexualisierte Gewaltmisshandlung, Vernachlässigung.

00:26:13: und wo genau ist da jetzt die Zeugenschaft vom Partnerschaftgewalt?

00:26:16: Man könnte sagen es ist eine Form von psychischer Gewalt.

00:26:20: man könnte genauso sagen es führt zur Vernachlässtigung weil wenn sozusagen Eltern permanent miteinander zu diesen Themen in Konflikten ja wo ist dann die Aufmerksamkeit sozusagen für die Kinder und die Bedürfnisse der Kinder, aber ich würde eben immer dafür plädieren zu sagen es ist eigentlich noch mal eine ganz eigene Art auch von Kindeswohlgefährdung oder potenzieller Kindeswohlgefärdung weil das Gewaltform zum Teil gibt.

00:26:44: Die eben in der Beziehung schon bei sehr kleinen Kindern stattfinden Ich mir, bevor ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, gar nicht vorstellen konnte.

00:26:54: Also wir berichten dann Frauenhausleitungen von Bewohnerinnen die zu ihnen gekommen sind ... Mit sehr kleinen Kindern Babys Säuglingen und erzählen Ja also zum Sex hat mich mein Ehemann eigentlich regelmäßig darüber gezwungen dass er halt immer unser Baby über die Brändeherdplatte gehalten hat.

00:27:11: Wahnsinn!

00:27:13: Und das ne?

00:27:14: Das sind schon so selbst für uns, die wir uns sozusagen Tag ein Tag aus mit Gewalt an Kindern beschäftigen.

00:27:20: Sind es Fallbeispiele?

00:27:22: Die wir uns einfach nicht vorstellen können und Gewaltformen, wie wir uns nicht vorstellen kann.

00:27:26: Und wo eben leider ja auch statistisch gesehen die Betroffenheit von jungen Frauen, jungen Müttern und in dieser besonders vulnerablen Phase für jede Frau wenn sie Mutter wird.

00:27:39: Schwangerschaft Kleinkindversorgung, jede Partnerschaft wissen wir alle verändert sich dadurch.

00:27:45: Aber in dieser Zeit ist das Gefährdungsrisiko unfassbar groß und bereits Baby- und Säuglinge erleben es mit, erleben die Anspannung der Mutter mit.

00:27:55: Und wir haben eben auch Psychologinnen, Forscherin, WissenschaftlerInnen, die sehr gut zeigen können was das schon mit den kleinsten Säublingen macht wie die Schlafstörung entwickeln, wie die Gedeisterungen richtig entwickeln zum Teil diese Formen von Gewalt an der primären Bezugs- und Bindungsperson der Mutter, auf die sie ja unfassbar angewiesen sind für die Kinder sich fast noch sozusagen von den Auswirkungen her krasser anfühlt.

00:28:20: Und bedrohlicher und lebensbedrohlich als jetzt eine eigene körperliche Gewalterfahrung weil nichts sicher ist!

00:28:27: Weil die Person mit der Sie sich auch erst mal im Säuglingsalter symbiotisch als eins verstehen in permanenter Gefahr und Angst und Anspannung ist.

00:28:37: Das überträgt sich ja aufs Nervensystem der Kinder, ne?

00:28:41: Die können nicht ihre altersgemäßen Entwicklungsschritte machen, die sind sozusagen dann auch in permanenter Anspannung.

00:28:47: Und dadurch haben wir quasi postraumatische Belastungsstörungen, die zur Entwicklungsverzögerung führen

00:28:52: usw.,

00:29:02: Übernahme kann man sagen jetzt bei den Kindern, dass natürlich die Mädchen sich tendenziell stärker mit dem Betroffenen und der Mutter identifizieren.

00:29:10: Dass die Jungs sich tendenzial stärker am Vater orientieren und das wir dann im Verlauf von Leben- und Lebenszyklen sehen, dass die Mädchens später betroffene werden und die Jungen später täter werden.

00:29:23: Und da kommt eben das ganze Thema Prävention auch mit ins Spiel!

00:29:27: Wir müssen dringend finde ich Genau diesen Kindern die beste Versorgung geben, die wir uns nur vorstellen können.

00:29:35: Wenn wir es wirklich ernst meinen und sagen wir wollen Gewalt gegen Frauen, wir wollen gewalt gegen Kinder verhindern dann müssen wir mit diesen Kindern arbeiten da müssen wir die bestmöglich unterstützen und dann dürfen sie nicht in Umgänge Zu Umgangskontakten zwingen diese Unterumstände nicht wollen, die sie in noch viel schwieriger Loyalitätskonflikte zwing.

00:29:57: Wo Sie permanent gegenüber Institutionen, die Sie nicht verstehen, die Ihnen kein Mensch erklärt, gegenüber wildfremden Menschen irgendwie Position beziehen müssen wo Sie sich dann immer fragen ja wenn ich jetzt das sage ist es dann gut für die Mama?

00:30:12: Wenn ich jetzt sagen wird an der Papa sauer was wollen jetzt die dass ich hier sage?

00:30:17: also das ist den Jahr sehr sehr bewusst, wenn Verfahrensbeistellen mit ihnen reden.

00:30:23: Wenn Richterin mit ihnen reden.

00:30:25: Wenn Gutachterinnen mit ihnen Reden das sind immer wieder wildfremde Personen aus Kontexten die sie nicht kennen zu denen Sie keine Beziehungen haben Mit denen sie über was reden sollen was bisher eigentlich immer ein familiäres Tabuthema war.

00:30:40: Es ist eine Anforderung an Kinder.

00:30:41: dies Unfassbar hoch!

00:30:43: Juliane, du bist jetzt so durchgalopiert durch alle Themen und hast alle Fragen die ich schon jetzt vorformuliert hatte gedanklich.

00:30:51: Alle auch schon beantwortet?

00:30:55: Was bist Du bitte

00:30:57: für eine krasse

00:30:58: Frau?!

00:30:59: Ich möchte eine Sache noch kurz unterstreichen zu dem miterlebenden Gewalt.

00:31:03: Es gibt Studien, die nachgewiesen haben das auch Gewalt in der Schwangerschaft bereits einen massiven Effekt auf das ungeborene Kind haben durch die permanente Stresshormon-Ausschüttung im Körper der Mutter, dass sich eins zu eins überträgt.

00:31:18: Auf das Baby.

00:31:18: Das bedeutet Gewalt gegen eine schwangere Frau ist eine akute Kindeswohlgefährdung in dem Fall.

00:31:24: und wenn man dann sieht, dass diese Frauen ihr Kind zur Welt bringen und es dann vor's Familiengericht geht und es Kontakte gibt zum Täter, das muss ein für alle mal aufhören.

00:31:32: Ich will das wirklich nur noch unterstreichen du hast das gerade gesagt.

00:31:35: Diese Kinder, die da rauskommen Also erstmal weg vom Täter.

00:31:40: Die wollen erst mal Ruhe, die wollen erst einmal Sicherheit, sie wollen dass Mama wieder lacht?

00:31:45: Die wollen das die Anspannung von Mama abfällt.

00:31:47: und diese Ruhe wo auch jeder Mensch der sich jetzt nicht unbedingt mit Trauma-Vollgestörungen auskennt aber wo jetzt jeder halbwegs normale gesunde empathische Mensch sagen würde es ist total logisch dass wenn du aus einer Hochkrisensituation raus kommst dass zuerst mal zur Ruhe kommen musst Und dann geht wahrscheinlich der Durchschnittsdeutsche auch davon aus.

00:32:05: Na ja klar, wenn eine Frau mit ihren Kindern ins Frauenhaus geht, hat sie erst mal diese Ruhe und da ist da der Support und gibt es Therapie.

00:32:12: Diese Ruhe gibt es aber nicht!

00:32:14: Du hast das gerade schon angesprochen?

00:32:17: Dann kommen die Verfahren- und Umgang... ...und dann kommt die Verfahensbeistellin ins Haus und die Richterin hört noch mal an.

00:32:24: Wenn man Pech hat einen Gutachten und diese Verfahren gehen teilweise über Jahre... Über

00:32:29: Jahre?!

00:32:31: Es gibt kein... Recht, dass Kinder schützt.

00:32:34: Dass sie vorfamiliengerichtlichen Verfahren auch geschützt werden.

00:32:37: also wenn ein Vater Täter immer und immer wieder neue Anträge stellt dann laufen diese Verfahren.

00:32:44: das heißt dieser Ruhe die so dringend zur Heilung nötig ist Die gibt es in unserem System nicht Und das muss der Politik klar sein und das muss auch der Gesellschaft klar sein was auch so perfide ist.

00:32:58: wir Schon Kinder im Kindergarten bekommen beigebracht, ein Nein ist ein Nein.

00:33:04: Das ist meine Grenze und das hat zu gelten.

00:33:07: Schlagen is nicht in Ordnung.

00:33:09: Und dann kommt wenn wir Pech haben einen System und verwässert diese Botschaft und sagt ja grundsätzliches Gewalt nicht okay.

00:33:17: aber Wenn es der Papa ist Dann hat er trotzdem das Recht euch zu sehen Und dann muss die Mama sich trotzdem immer wieder mit dem rumschlagen.

00:33:25: Dann kommen die Kinder ins Teenager-Alter, dann sehen wir manchmal diese Effekte mit der Loyalisierung und dem Täter weil der Täter Macht hat!

00:33:34: Wie du es gerade schon angesprochen hast, gerade Jungs, sie sehen das, schauen sich das ab, merken, der Papa hat so verkackt, er hat uns tyrannisiert.

00:33:44: wer Gewalt ausübt hat mehr Macht und mehr Stärke, ich möchte ja stark sein in meinem Leben.

00:33:50: Ich möchte kein Opfer sein also werde ich wie der

00:33:54: Täter.".

00:33:55: Und das sind psychologische Mechanismen über die sich auch so viele im System nicht im Klaren sind.

00:34:01: und es macht mich rasend vor Wut!

00:34:04: Wie dieser Staat teilweise durch seine grandiose Unfähigkeit schon die nächste Generation von Tätern heranzieht.

00:34:14: Und das muss glaube ich auch nochmal ganz dringend in die Köpfe.

00:34:19: Es

00:34:19: muss stringent

00:34:20: klar sein, Gewalt ist nicht okay.

00:34:23: und an der Stelle machen wir einen Punkt – und es scheiß egal ob du DNA deine DNA in diesem Kind drin hast!

00:34:29: Wenn Du Gewalt ausübst und eine Familie tyrannisiert hast... Dann hast du nichts mehr zu melden.

00:34:36: und dieses Du hast nichts mehr zum melden, das fehlt.

00:34:39: Ja es ist eben juristisch gesehen natürlich auch eine schwierige Abwägung immer von Elternrechten Kinderrechten und Schutzrechten der Mutter.

00:34:49: also Es gibt finde ich ein ganz gutes Bild von so drei Planeten.

00:34:52: wir haben irgendwie den Gewaltschutzplanet Wir haben den Kinderschutzplanet und dann haben wir den Umgangs.

00:34:58: Umgang ist das Heiligste.

00:34:59: Das ist ein Elternrecht, ne?

00:35:00: Das steht im Grundgesetz und mein Kind gehört mir und das darf ich sehen wann ich will und wie ich will usw.

00:35:07: Und diese drei Planeten die schwirren irgendwie so vor sich hin und sind halt in den Systemen im seltensten Fällen synchronisiert oder irgendwie aufeinander abgestimmt.

00:35:17: und dann haben wir eben Systeme mit unter widersprüchlich Logiken haben, dann haben wir das Thema Allparteiligkeit von Jugendämtern und so weiter gegenüber der vermeintlich schlimmen Parteiligkeit in Frauenhäusern- und Frauenschutzeinrichtung.

00:35:38: Der kombinierten Parteilichkeit ja meist weil wir haben ja Mitarbeiterinnen die sehen die Frau in ihrer Rolle als Frau oder als Betroffene.

00:35:45: und dann haben Wir MitarbeiterInnen sehr wohl die Interessen der Kinder und Die müssen auch nicht immer die gleichen sein wie die der Mutter sich durchaus unterscheiden.

00:35:54: Also da haben wir schon den Blick auf beide, aber die wesentliche Erkenntnis dass Kinderschutz und Frauenschutz zusammengehören das ist eine, die mir zum Teil auch in den Diskursen der Kinder- und Jugendhilfe doch zu sehr fehlt weil wir dazu wenig diesen geschlechtsspezifischen Aspekt auch haben.

00:36:11: Da alle wollen die Kinderschützen!

00:36:15: glaube ich, dann doch irgendwie gesellschaftlich einig.

00:36:18: Aber was genau das bedeutet und dass wir dabei die Frage von Geschlecht und geschlechtsspezifischer Gewalt nicht ausblenden können?

00:36:25: Das ist doch ein Stück weit noch sehr unterrepräsentiert habe ich manchmal den Eindruck.

00:36:30: Und gerade eben sehr kleine Kinder – und ich hatte es vorhin gesagt – die Prävanenzen sind in dem Alter wo die Kinder im Kleinkind, im Säuglingsalter sind besonders hoch und da können sie noch nicht sagen, was sie wollen!

00:36:43: Da sind sie zum Teil vielleicht einfach auf nonverbale Kommunikationswege und sehr geschulte professionelle Fachkräfte angewiesen, die überhaupt das Beziehungs- und Bindungsverhalten der Kinder analysieren und deuten können.

00:36:59: Die auch mangelbare sind sozusagen.

00:37:02: Angewiesen!

00:37:03: Und diese Verbindung von manchmal ist der beste Kinderschutz, die Frau zu schützen.

00:37:09: Die wird halt häufig nicht gemacht.

00:37:12: Und die Frage eben auch von Kindeswohl in dem Zusammenhang, also das ist auch den wenigsten bewusst.

00:37:18: Aber die Istanbul-Konvention spricht an vielen, vielen Stellen von den Kinderrechten und vom Kindeswohl und macht genau diese Verbindung und sagt wir können es kindeswohl nur dann schützen und im Blick nehmen wenn wir uns anschauen wie geht's der Mutter gerade bei sehr jungen Kindern?

00:37:36: Ich meine es wäre schön wenn wir in einer Welt leben würden Kinder und auch im Säuglinge, und Babys und Kleinkinder in Beziehungsform groß werden, wo es irgendwie gleichwertige und gleichberechtigte Elternschaft gibt.

00:37:51: Aber da

00:37:52: sind wir noch ein paar Jahrzehnte.

00:37:54: Da seidest

00:37:55: du dir leider auch was ganz anderes sozusagen!

00:37:59: Und wie du eben sagst dieses zur Ruhe kommen ist derzeit nicht möglich.

00:38:03: Die Frau ist gerade mal eins, zwei Wochen im Frauenhaus und das muss man auch immer noch einmal dazusagen.

00:38:10: Das ist nicht ein Luxushotel also die meisten Frauenhäuser in denen ich war.

00:38:15: Also ich sagte einfach weil zu wenig Geld im System ist sie sehen ramponierter aus als jede keine Ahnung Jugendfreizeiteinrichtung in der ich irgendwie mit fünfzehn war.

00:38:27: Wir reden irgendwie nicht von dem Shiki Micky Apartments mit irgendwie Rückzugsmöglichkeiten oder irgendwas.

00:38:35: Das ist natürlich dann häufig auch verbunden für die Frauen, damit dass sie weit weg müssen von ihren Wohnorten.

00:38:41: Weil Sie eben nicht in der Nähe Schutz finden oder weil in der Näh das zu riskant wäre dem Täter zu begegnen und so weiter.

00:38:49: Da werden natürlich sowohl die Frauen als auch die Kinder erst mal aus Ihren Herkunftskontext gerissen Und genau es dauert keine ein zwei Wochen.

00:38:56: Dann ist sozusagen das erste Schreiben vom Jugendamt oder vielleicht sogar schon vor Familiengericht da.

00:39:02: Und die Frau ist noch nicht mal angekommen und sich darüber klar geworden, will ich jetzt hier bleiben?

00:39:08: Gibt's hier eine gute Schule, gibt es hier ne gute Kita?

00:39:11: Was mache ich mit meinen Kindern?

00:39:14: Ist vielleicht noch nicht einmal irgendwie gesundheitlich versorgt!

00:39:18: Dann muss sie sich bereits sozusagen mit diesen Themen befassen.

00:39:22: Die Schwierigkeit, die wir dann an der Stelle haben, ist das natürlich aus psychosozialer Sicht – die Beraterin in den Frauenhäusern Aufseiten der Frau sagen, du musst erst mal zur Ruhe kommen.

00:39:34: Und andererseits haben wir aber eine juristische Maschinerie und Behördenmaschinerien die in Gang gesetzt wird, wo es darum geht... Der Vater hat auf dem Teils Bestimmungsrecht.

00:39:47: wenn bei gemeinsamen Sorgerecht muss er wissen wo die Frau ist.

00:39:50: ja soll sie vorher um Erlaubnis bitten?

00:39:51: ich habe übrigens vor ins Frauenhaus zu geben.

00:39:53: kannst Du mir bitte unterschreiben dass ich meine Kinder mitnehmen darf?

00:39:57: Kann sie natürlich nicht, dann würde sie ja sozusagen ... Dann könnte sie ihrem Plan sich selber und die Kinder zu schützen vergessen.

00:40:05: Aber dann ist natürlich häufig der Erste, der die Geschichte erzählt.

00:40:10: Der Vater!

00:40:11: Und es ist auch immer wie viele Anzeigen wegen Kindesentziehung, Kindes-Entführungen es da dann auch gibt?

00:40:17: Der dann ja auch erst mal nachgegangen wird

00:40:19: ne?!

00:40:20: Ganz genau.

00:40:21: Und dann haben wir erst mal den Vorwurf der Kindesentziehung, der Vater geht zum Jugendamt und sagt was ist hier los?

00:40:26: Wo sind meine Kinder?

00:40:27: Die Frau ist einfach weg!

00:40:28: Ich weiß nicht wo meine Kinder sind... Macht riesig Rabatz sozusagen

00:40:32: ne?!

00:40:33: Und natürlich ist dann jeder nicht sensibilisierte und für das Thema geschulte Fachkraft erstmal so.

00:40:38: also das geht ja gar nicht.

00:40:39: Was ist denn hier los?

00:40:40: dem gehen wir jetzt mal nach.

00:40:41: Also Kindes-Entziehungen ne?

00:40:43: Das ist ja auch wirklich ein wichtiges Thema und da sind wir jetzt auch in der Verantwortung.

00:40:47: steht schadliches Wächteramt usw.. Ja, das Problem ist auch da wieder.

00:40:51: Wenn wir es mit Fachkräften zu tun haben die nicht sensibilisiert sind für Täterstrategien zum Beispiel, die nicht wissen... Also häufig sehr eloquente Männer sind.

00:41:02: Sehr erfolgreiche Männer, die es gewohnt sind öffentlich zu sprechen.

00:41:06: Die sich sehr gut darum bemühen können einen kompetenten Anwalt zu finden.

00:41:12: Die sehr schlau da drin sind sich beraten zu lassen und die richtigen Hilfen- und Infrastrukturangebote zu finden, die sich sehr ausdrücken konnten und die dann als allererstes die Geschichte erzählen naja sie ist ja was weiß ich ne psychisch gestört oder sie hat er schon immer die Kinder nicht von nünftig erzogen oder im Griff gehabt, oder sie hat ja und so weiter.

00:41:33: Dann haben wir als erste Geschichte gegenüber den Behörden diese Täter-Narrative.

00:41:39: Und die Frau ist dann immer diejenige, die sich dazu dann erst im zweiten Schritt verhalten muss und die damit schon mal in der schwierigeren Situation ist.

00:41:48: Und wenn wir dann noch in einem Kontext sind wo wir es irgendwie mitnehmen weißen bio-deutschen Zisman zu tun haben und einer migrantisierten Frau, die vielleicht noch aufenthaltsrechtlich abhängig ist.

00:42:01: Die deutsche Sprache nicht als Muttersprache gelernt hat.

00:42:05: Da haben wir das gesamte Machtgefälle intersektional auch in allen Facetten mit dabei.

00:42:11: Und dann ist die Frage, wem geglaubt wird?

00:42:13: Richtig!

00:42:13: Und in den meisten Fällen ist es ja dann auch so dass die Mutter mittlerweile psychisch auf jeden Fall krank ist, weil dieser Mann sie krank gemacht hat in den letzten Jahren.

00:42:22: Nur er stellte so hin als sei Erziehungsunfähig.

00:42:24: Nee, sie ist einfach nur Gewalt betroffene, braucht ordentliche Unterstützung und ist auf jeden fall keinen Grund die Kinder wegzunehmen.

00:42:30: Und was glaube ich auch viele Menschen nicht klar ist?

00:42:33: Du hast es gerade schon angeteasert, die ist dann mit den Kindern da, dann muss sie nach einer neuen Kita, nach einer neuen Schule gucken und bei einem gemeinsamen Sorgerecht brauchst du natürlich für eine Ummeldung die Unterschrift des anderen Sorgeberechtigten.

00:42:45: Und dann muss die Frau erst mal zu Gericht und die Unterschrift ersetzen lassen, sie kommt nicht um die Juristerei rum!

00:42:53: Das ist so krass.

00:42:54: ich hätte mir das niemals vorstellen können aus sowas rauszugehen in einer massiven Gewalt und direkt in diese Mühlen der Justiz reingezogen werden.

00:43:07: Ich wäre daran kaputt gegangen.

00:43:08: Ich weiß nicht wie diese Frauen das schaffen.

00:43:10: Das kostet so unfassbar viel Kraft Und ich möchte jetzt an der Stelle Werbung machen, liebe Zuhörerinnen.

00:43:17: Gehen Sie doch bitte mal auf Frauenhauskoordinierung.de.

00:43:22: Da gibt es eine neue Handreichung!

00:43:24: Eine Arbeitshilfe mit dem schönen Titel Begleiten bestärkten Beschützen gerichtliche Verfahren und Frauengewaltsschutz was Fachkräfte zu Gewaltschutz Familienrecht und Kinderschutz bei häuslicher Gewalt wissen sollten.

00:43:41: Und das können Sie sich kostenlos runterladen.

00:43:44: Noch mal, Frauenhauskoordinierung.de Wir machen es auch noch mal in die Show Notes rein Ganz wichtig und ich hoffe dass das jetzt ganz frisch raus neunter zwei oder sechsundzwanzig und ich hoffe einfach nur Dass das Schule macht und dass das in die Behörden kommt und dass dieses Basisfaktenwissen Deutschland durchdringt damit wir endlich einmal an dem Punkt sind dass wir eben nicht immer nur punktuell dieses Fachwissen haben und dass wir irgendwann auch wegkommen von diesem ewigen ... Ich weiß gar nicht, wer es als erstes gesagt hat.

00:44:18: Unsere liebe Katinka Beckmann sagt das ja immer.

00:44:22: Kinderschutz ist Glückssache in Deutschland und eine Sache der Postleitzahl, eine Sache des Wohnorts.

00:44:28: Und das sollte natürlich bei einem Staat wie Deutschland nicht der Fall sein.

00:44:33: Und ich möchte, dass wir da irgendwann an den Punkt kommen, auf funktionierenden Gewaltschutz haben, ganz besonders für Frauen und Kinder.

00:44:44: Und ...

00:44:45: Für diejenigen, die sagen Männer werden auch Opfer?

00:44:48: Ja wissen wir!

00:44:49: Wir haben hier trotzdem ein massives Geschlechterungleichgewicht und das darf man so stehen lassen.

00:44:54: Ich erinnere mich daran einen Mann der Täterarbeit macht seit vielen, vielen Jahrzehnten, der hat zu mir mal gesagt Sondern ich hab so die Schnauze voll, wenn dann immer das Gegenüber gestellt wird.

00:45:03: Wenn da ein Mann vor mir steht und sagt, ich hab häusliche Gewalt erlebt ... Dann reden wir von einer leicht geröteten Wange, weil es mal eine Ohrfeige gab.

00:45:11: Und die Frauen liegen mit gebrochenen Kiefern im Krankenhaus, wenn sie von häuslicher Gewalt berichten?

00:45:17: It's not the same!

00:45:19: Das muss auch noch mal ... Was du gerade erwähnt hast, das wird mir wieder schlaflose Nächte bereiten.

00:45:26: Aber ich finde, wir müssen drüber reden.

00:45:28: Diese... dass dann Kinder genutzt werden, um ihr Anrecht auf Sex durchzusetzen.

00:45:35: Indem dann Kinder auch gequält werden mitunter.

00:45:37: Das sind Ausmaße von Gewalt!

00:45:41: Ich hab so die Schnauze voll und wenn solche Frauen aus sowas rausgehen, haben sie einfach nur Schutz und Ruhe verdient.

00:45:48: Dass sie wieder in ihre Würde und ihre Kraft kommen.

00:45:51: Und liebe Juliane ich möchte mich wirklich von Herzen bedanken für die tolle Arbeit, die ihr macht.

00:45:56: Ich wünsch dir weiterhin starke Nerven im Umgang mit der Politik.

00:46:03: Was mir wichtig ist, dass wir auch im Kinderschutz geschlechterspezifische Aspekte und Gewalt gegen Frauen mitdenken.

00:46:14: Und dass wir das zusammen denken und nicht gegeneinander irgendwie ... gegeneinander ausspielen, Frauenschutz oder Kinderschutz.

00:46:23: Sondern es gehört untrennbar zusammen in diesen Konstellationen wenn's um Partnerschaftsgewalt und häusliche Gewalt geht.

00:46:30: Und da werden die Kinder sind angro am allerbesten geschützt, wenn die Mutter geschützten ist und dass der Mutter gut geht.

00:46:39: Wir brauchen Instrumente auf die wir uns alle gemeinsam verständigen und auch im Fach wissen, was wir alle gemeinsam teilen.

00:46:46: Was ein Sicherheits- und Gefährdungsmanagement und Risikosqueening bei Nachtrennungen beinhaltet Und was vor allen Dingen zu allerersten eine Aussetzung und Beendigung der Gewalt und ne väterliche Verantwortungsübernahme als Voraussetzung für weitere Kontakte zwischen den Eltern, zwischen dem Vater und den Kindern als Varaussetzung hat.

00:47:10: Wir sagen nicht, der Vater darf seine Kinder nie wiedersehen.

00:47:14: Aber es muss sozusagen was passieren im Sinne von Täterarbeit als Voraussetzung und das ist ganz wichtig auch für die Kinder zu sehen.

00:47:22: da ist etwas passiert und der Papa hat Verantwortung übernommen.

00:47:26: Und das ist sozusagen der Schritt aufgrund dessen dann auch die Beziehungen anders weiter gestaltet werden können weil nur so wird die Gewalt unterbrochen.

00:47:35: Und für Kinderschutzfachkräfte kann ich immer noch mal sehr empfehlen.

00:47:39: Wir haben ein Fachkräfteportal entwickelt, das heißt www.sicher-aufwachsen.org und da haben wir versucht für pädagogische Fachkräfte sammeln wir sozusagen bundesweit gute Materialien Arbeitsmaterialien.

00:47:53: wie kann ich mit Kindern unterschiedlichen Alters über das Thema häusliche Gewalt sprechen?

00:47:57: Wie kann ich es zum Beispiel auch im Kita Kontext und Kontext von Schulsozialarbeit im Kontext überall früher Hilfen, Hebammen.

00:48:07: Es gibt so viele Professionen die potenziell mit Betroffenen in Kontakt sind und die potentiell auch Unterstützungsangebote mit Blick auf die Kinder liefern können.

00:48:18: Da versuchen wir immer wieder so Anregungen zu geben und einfach auch das Wissen was bereits da ist und tolle und gute Praxisansätze einfach auch bekannter zu machen und dazu kann ich nur Einladen das auch mit zu benutzen, dieses Fachkräfteportal und diesen Schatz an ja qualitativ guten Materialien die da auch hilfreich sein können in der Arbeit.

00:48:41: Weil es ja auch immer die Frage ist von spreche ich das an oder nicht?

00:48:44: Liebe Juliane ganz herzlichen Dank dass du bei uns zu Gast warst.

00:48:48: Es war wirklich... Ich wusste dass die Folge großartig wird.

00:48:53: Vielleicht vielleicht.

00:48:54: Vielleicht verschicken wir die Links mal.

00:48:56: Wir machen dann einfach so eine E-Mailverteiler und schicken wieder alle, wo wir denken, ihr braucht noch ein bisschen Hintergrundwissen!

00:49:04: Ja ... Und liebe Zuhörerinnen, danke, dass Sie hingehört haben.

00:49:08: Das war der Kinderschutz-Podcast der deutschen Kinderschutschriftung Hänsel & Gretl mit Sonja Howard Damit wir alle besser hinhören und mehr verstehen.

00:49:21: Wollen sie mehr hinhöhren?

00:49:22: dann abonnieren Sie unseren Kinderschutz Podcast überall da, wo es Podcasts gibt und unter kinderschutz-podcast.de.

Über diesen Podcast

Ein Podcast der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel

Wir hören von den Menschen, die Kinder und Jugendliche schätzen, schützen und stärken. Wir schauen in die Schubladen, die sonst geschlossen bleiben. Wir liefern wertvolle Informationen und Tipps. Der Kinderschutz Podcast spricht mit den unterschiedlichsten Menschen aus Öffentlichkeit, Wissenschaft und Praxis.

Triggerwarnung: Einzelne Folgen können Beispiele und Schilderungen enthalten, die sich auf sexualisierte Gewalthandlungen und deren Folgen für die Betroffenen beziehen, diese Themen und Aussagen können belastend und retraumatisierend sein.

von und mit Prof. Dr. Kathinka Beckmann, Sonja Howard, Steffen Groth, Jerome Braun

Abonnieren

Follow us